Warum es hier so lange still war
Das letzte Jahr war für mich kein normales Jahr. Es war ein Jahr, das mich verändert hat – mit vielen Abschieden, viel Schmerz und Momenten, in denen man einfach nur funktioniert.
In kurzer Zeit sind viele Menschen gegangen, die mir wichtig waren und mein Leben auf ihre eigene Weise geprägt haben: meine Mama, Stefanie, Masomahs Mama, meine Oma und vor kurzem auch Lutti – mein bester Ausbilder aus der Lehrzeit. Er war der, der immer gesagt hat: „Kumm mit, mit mir lernst wos.“ Und er hatte recht.
Wenn so viel auf einmal passiert, bleibt vieles stehen. Man lebt im Ausnahmezustand. Und deshalb war es hier – auf pfuisi.org und auf Social Media – still.
Ein schwerer Moment in Graz
In diese Zeit fiel auch ein tragisches Ereignis in Graz, das viele Menschen tief getroffen hat. Ich war zufällig in der Nähe und habe die Verunsicherung und Angst unmittelbar erlebt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen – aus Respekt vor den Betroffenen und ihren Familien.
Was in dieser Zeit trotzdem entstanden ist
Eigentlich wollte ich pfuisi.at schon vor dem Tod meiner Mama veröffentlichen, dafür habe ich an „Blubb“ gearbeitet, meiner kleinen Videoplattform auf video.pfuisi.org – ein nerdiges Projekt, das einfach Freude gemacht hat.
Nach dem Tod meiner Mama ist dann etwas entstanden, das ich so nie geplant hatte: ein Partezettel‑Generator.
Nicht, weil ich wusste, wer ihn brauchen würde. Nicht, weil ich ein „Produkt“ machen wollte. Sondern weil ich in dieser Zeit etwas gebraucht habe, das mich beschäftigt, ablenkt und gleichzeitig hilft.
Wer einen geliebten Menschen verliert, hat plötzlich unglaublich viel zu organisieren. Und dann merkt man: Selbst ein einfacher Parte kostet oft 200 Euro oder mehr. Als wäre Trauer ein Geschäftsmodell.
Also habe ich einen Generator gebaut, der kostenlos ist – für alle, die in dieser schweren Zeit etwas brauchen, das schnell geht, schön aussieht und niemanden zusätzlich belastet.
„Vor einem Jahr hat Mamas Herz aufgehört zu schlagen – aber ihre Inspiration schlägt weiter in jedem Projekt, das ich mache.“
🌻 Zum kostenlosen Partezettel‑Generator:
https://www.pfuisi.at/dashboard/parte
Ein Monat ohne dich, Mama
Ich habe damals viele Texte geschrieben, die ich nie veröffentlicht habe. Vielleicht, weil vieles zu nah war. Vielleicht, weil ich einiges erst jetzt wirklich lesen kann.
Meine Mama war meine Kamerafrau. Bei so vielen Projekten stand sie hinter der Kamera – und hinter mir. Mit Humor, mit Geduld, mit einem Blick für Details, den niemand sonst hatte.
Im Video, in dem wir Papas Werkstatt gebaut haben, sehe ich heute nicht nur Arbeit. Ich sehe uns. Ich sehe, wie sie meine Welt eingefangen hat. Wie sie mich gesehen hat.
Meine Oma – ein stiller Fels
Vor kurzem habe ich auch meine Oma verabschiedet. Ich durfte bei ihrem Begräbnis sprechen. Sie war eine Frau, die wenig gesagt hat, aber viel getragen hat. Eine, die nicht im Mittelpunkt stand, aber die Mitte gehalten hat.
Ich erinnere mich an den alten Küchenofen mit dem Schifferl, an den Weihrauch‑Duft, an Schwarzbeeren im Wald, an ihren Garten, an ihre Sturheit, an ihre Wärme. Sie ist gegangen, wie sie gelebt hat: still, bescheiden, ohne Umstände. Zuhause. In ihrer Welt.
„Es gibt im Leben für alles eine Zeit. Der Freude, der Stille, der Trauer und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.“
Stefanie
Stefanie war keine enge Freundin, aber ein Mensch, der Spuren hinterlassen hat. Sie war talentiert, liebevoll, zuverlässig. Sie war einmal bei mir im Studio, hat Maske gemacht und nebenbei einen Song eingesungen – ein Moment, der heute eine andere Bedeutung hat.
„Stefanie P. ist tot. Es fällt schwer, Worte zu finden – meine Gedanken und mein herzliches Beileid sind bei ihrer Familie, Freunden und Bekannten. Stefanie war ein wunderbarer Mensch: liebevoll, talentiert und immer on‑time. Mein herzliches Beileid!
Franz Pfuisi“
„Auszucken ist nicht die Antwort.“ Wir alle tragen unsere Packerl. Niemand muss das alleine tun.
Wenn du reden möchtest:
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Wie es jetzt weitergeht
Langsam kommt wieder Ruhe in mein Leben. Nicht jeden Tag, aber immer öfter. Und mit dieser Ruhe kommt auch die Kraft, weiterzumachen.
Ich werde pfuisi.at Schritt für Schritt weiter ausbauen. Ich werde wieder Projekte teilen, Ideen umsetzen, Dinge bauen. Nicht, weil ich „muss“. Sondern weil es sich wieder richtig anfühlt.
Danke an alle, die in dieser Zeit geduldig waren. Danke an alle, die geblieben sind. Danke an alle, die mir geschrieben haben, gefragt haben, da waren.
Manchmal braucht das Leben eine Pause. Und manchmal entsteht in dieser Pause etwas, das anderen hilft.
Franz

